In seiner Kolumne argumentiert Maurice Höfgen, dass Deutschland nur deshalb in absoluten Zahlen größter Geber von Entwicklungshilfe ist, weil die USA noch stärker kürzen. Die deutschen Mittel sinken seit Jahren: Der Etat des Entwicklungsministeriums soll im kommenden Jahr um 6 Prozent auf 9,47 Milliarden Euro schrumpfen – die sechste Kürzung in Folge. 2021 standen noch 12,43 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amts soll sich von 3,9 Milliarden Euro zu Ampel-Zeiten auf 1,8 Milliarden Euro mehr als halbieren. Höfgen verweist auf Kritik aus der Wirtschaft, etwa einen Appell von Bayer, Hapag-Lloyd und DHL, sowie auf eine Studie, nach der jeder in Partnerländer investierte Euro im Schnitt mit 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Exporten einhergeht.

Die ODA-Quote lag 2025 bei 0,56 Prozent statt der angestrebten 0,7 Prozent; ohne Ausgaben für Geflüchtete im Inland und Studienplätze wären es nur 0,42 Prozent gewesen. Der Autor nennt die Kürzungen unsolidarisch, gefährlich und kurzsichtig – das ist seine Wertung.

Quelle: Maurice Höfgen, „Abschottung als Sparmaßnahme?“, Geld für die Welt, 28.10.2026: geldfuerdiewelt.de

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